Erste Lektion
Das Beatbox-Anfängertutorial
Dein erster kompletter Beat aus Kick Drum, Hi-Hat und K-Snare.
Dein erster kompletter Beat – in 30 Minuten
Hier fängt alles an. Du brauchst kein Instrument, keine Vorkenntnisse und keine Noten. Dein neues Instrument bist du selbst. Am Ende dieser Lektion kannst du eine vollständige Routine aus zwei Teilen – dieselbe, die Ivory bei einer Live-Performance vor Publikum gespielt hat.
Der Aufbau folgt der Reihenfolge, die wir seit Jahren in Schulworkshops verwenden: erst Atmung, dann Sprachrhythmus, dann die einzelnen Sounds, dann der Beat.
1. Die Atmung
Beatboxer sind Meister der kontrollierten Atmung. Sie ist das Fundament. Drei Sounds, zwei nach außen, einer nach innen:
F – Ausatmen, kurze kräftige Stöße (trainiert das Zwerchfell) He – Ausatmen Hi – Einatmen
ll: F - He - Hi - # :ll ll: F - F F - He - Hi - F - He - Hi :ll
Das „F F“ muss schnell hintereinander kommen – üb das ein paar Mal einzeln. Und sitz oder steh aufrecht, damit die Lunge Platz hat.
Wenn dir schwindlig wird, mach eine Pause. Das passiert am Anfang und ist normal.
2. Der Sprachrhythmus
Bevor Sounds kommen, sprichst du den Rhythmus. Das festigt das Grundgerüst, ohne dass du dich gleichzeitig auf die Töne konzentrieren musst.
ll: Bum - Ba Bum - Ba - Hi - Bum - Ba - Hi :ll
Nimm die Hände zu Hilfe und wipp mit – so bleibst du leichter im Rhythmus.
3. Die Hi-Hat
Zungenspitze leicht anheben und hinter die vorderen Schneidezähne legen. Dann ein „Ts“ machen und stark betonen.
ll: Ts - Ts - Ts - Ts :ll Closed Hi-Hat – kurz ll: Tsss - Tsss - Tsss :ll Open Hi-Hat – das S in die Länge ziehen ll: Ts - Tsss - Ts - Tsss :ll beide im Wechsel
4. Die K-Snare
Sprich den Buchstaben „K“ mit Kraft und Druck aus – so kurz und prägnant wie möglich. Erst mit Vokal zum Finden, dann ohne.
ll: Ka - Ka - Ka - Ka :ll ll: K - K - K - K :ll ll: Ts - Ts Ts - K - Hi - Ts - K - Hi :ll
5. Die Kick Drum
Der stärkste Sound im Beat. Du betonst den Buchstaben „B“ so kräftig wie möglich. Die Lippenposition ist ungefähr ein Duckface: Mund leicht spitzen, Lippen anspannen. Wenn du das „B“ aussprichst, löst du die Spannung – wie eine kleine Explosion.
ll: B - B - B - B :ll ll: Buh - Bah - Beh - Hi :ll Vokale helfen beim Finden der Position ll: B - B - B - B Hi :ll im Loop, nach jeder vierten Kick einatmen ll: B B - B B - B B - B B :ll die Double Kick
Vermeide den „Fisch“ – also die Lippen einzurollen. Und keine Sorge, wenn es nicht sofort kräftig klingt: Die Lippenkraft kommt mit dem Üben.
6. Der Beat, Teil 1
ll: B - B B - K - Ts - B - K - Hi :ll
Nimm die Hand ans Ohr, wie eine Schale. So hörst du deine eigenen Sounds plötzlich viel genauer und kannst sie gezielt verbessern.
7. Der Lip Bass – und Teil 2
Für den zweiten Teil brauchst du einen neuen Sound: den Lip Bass. Lippen locker lassen und die Luft so hinausströmen, dass sie vibrieren. Sängerinnen und Sänger nutzen ihn zum Aufwärmen, weil er Stimmbänder und Lippen gleichzeitig lockert.
ll: Brrr - Brrr - Brrr - Brrr :ll ll: Brrr - Brrr Brrr - K - Ts - Brrr - K - Hi :ll
Die fertige Routine
Beide Teile zusammen ergeben eine Routine. Nach dem ersten Teil sagst du „Turn it up!“, nach dem zweiten „Turn it down!“.
ll: B - B B - K - Ts - B - K - Hi :ll 3x
ll: B - B B - K - Hi - Turn it up! :ll 1x
ll: Brrr - Brrr Brrr - K - Ts - Brrr - K - Hi :ll 3x
ll: Brrr - Brrr Brrr - Hi - Turn it down! :ll 1x
85 → 100 BPMJe öfter und länger du den Beat spielst, desto solider klingt er. Einer der beliebtesten Übungsorte ist übrigens die Dusche – zeig deinem Duschkopf, was du drauf hast.
Häufige Fragen
Wie lerne ich Beatboxen als absoluter Anfänger?
In dieser Reihenfolge: Atmung, Sprachrhythmus, dann die drei Grundsounds Hi-Hat, K-Snare und Kick Drum, dann der Beat. Genau so ist diese Lektion aufgebaut – rund 30 Minuten für den ersten vollständigen Beat.
Welche Sounds braucht man für den ersten Beat?
Drei: die Hi-Hat (Ts), die K-Snare (K) und die Kick Drum (B). Für den zweiten Teil kommt der Lip Bass (Brrr) dazu.
Wie macht man eine Kick Drum beim Beatboxen?
Lippen zu einem leichten Duckface spitzen und anspannen, dann den Buchstaben „B“ kräftig aussprechen und dabei die Spannung lösen. Die Lippen dabei nicht einrollen.
Mir wird beim Üben schwindlig – ist das normal?
Ja, gerade bei den Atemübungen am Anfang. Mach eine kurze Pause und übe dann weiter. Das legt sich, sobald sich deine Atmung an die Technik gewöhnt hat.
Brauche ich Notenkenntnisse?
Nein. Unsere Notation zeigt intuitiv, wann welcher Ton kommt, wann du ein- und ausatmest und wie oft du wiederholst. Sie läuft in jedem Kursvideo mit.