Der ultimative Anfängerkurs

Beatbox lernen in 6 Schritten

Ein Video, sechs Schritte, ein fertiger Beat. Werkzeug: dein Mund. Vorkenntnisse: keine. Lautstärke: mehr, als deine Nachbarn erlauben.

Video starten

Springe direkt zum Schritt

Tipp auf einen Schritt, das Video springt genau dorthin. Kein Spulen, kein Suchen.

Bereit für den Kurs? Starte jetzt mit Lektion 1

Lektion 1 starten

Beim Beatboxen lernst du drei Grundsounds – die Kick Drum („B“), die Hi-Hat („Ts“) und die K-Snare („K“) – und setzt sie zu einem einfachen Rhythmus zusammen: B – Ts – K – Ts. Dieses Muster ist dein erster Beat.

1 Die Atmung

Beatboxing läuft mit Luft, deshalb kommt die Atmung zuerst. Die Regel ist einfach: Atme in den Pausen deines Beats durch die Nase ein. Dein Mund ist mit den Sounds beschäftigt, also übernimmt die Nase das Nachfüllen. Gewöhn dir das vom ersten Tag an an – kurze Phrase spielen, Pause, durch die Nase einatmen, weiter. Am Anfang fühlt sich das ungewohnt an, nach ein paar Übungseinheiten läuft es automatisch. Später lernst du Sounds wie die Inward Snare, die beim Einatmen entstehen – damit spielst und atmest du gleichzeitig und gehst nie mehr die Luft aus. Ausführlich in der Lektion zur Beatbox-Atmung.

Im Video ab 1:28

2 Die Hi-Hat

Die Hi-Hat ist der leichteste der drei Grundsounds und der beste Einstieg. Hebe die Zungenspitze und lege sie direkt hinter die oberen Schneidezähne. Jetzt lässt du ein kurzes, scharfes „Ts“ los. Der Sound soll knackig klingen, wie ein Flüstern mit Kante. Wenn dein „Ts“ zu weich klingt, sprich stattdessen ein scharfes „Z“ wie in „Zeit“ und kürze es, bis nur noch der scharfe Ansatz übrig bleibt. Es gibt zwei Varianten: Die geschlossene Hi-Hat ist ein kurzes „Ts“, die offene ein längeres „Tsss“, bei dem du die Luft strömen lässt. Für deinen ersten Beat brauchst du die geschlossene. Sitzt der Ton, bringt ihn das Hi-Hat-Workout auf Tempo.

Im Video ab 3:39

3 Die Snare Drum

Die K-Snare ist die beliebteste Snare für Anfänger – einfach, laut, und sie passt in fast jeden Beat. Sag zuerst „Ka“ mit richtig viel Druck. Wenn sich das komisch anfühlt, nimm das englische „Key“, scharf und kurz. Sobald der Sound Druck hat, reduzierst du: Vokal weglassen, nur das harte „K“ behalten. Dieses trockene, komprimierte „K“ ist deine Snare. Eine Besonderheit: Die K-Snare funktioniert beim Ausatmen und beim Luftanhalten – deshalb lässt sie sich leicht in einen Beat einbauen, ohne dass dir die Puste ausgeht. Ziel ist ein kurzer, aggressiver Knall – kein Husten. Später im Kurs kommt die Inward Snare dazu – die Snare, die du beim Einatmen spielst.

Im Video ab 5:35

4 Die Kick Drum

Die Kick Drum ist ein stark betontes „B“. Forme die Lippen wie beim Duckface: leicht schürzen und anspannen. Wenn du das „B“ sprichst, löst sich diese Spannung auf einen Schlag – wie eine kleine Explosion. Genau dieser Druckstoss macht den Bass tief und satt. Ein häufiger Fehler: Roll die Lippen nicht nach innen – dann verliert der Sound seine Kraft. Ein schneller Test: Leg dir ein kleines Stück Papier auf die Unterlippe und versuche, es mit dem „B“ wegzupusten. Fliegt es, stimmt der Druck. Taste dich mit Vokalen heran – „Buh“, „Bah“, „Beh“ – und kürze sie dann auf ein trockenes „B“. Vor dem Spiegel üben hilft bei der Lippenstellung.

Im Video ab 8:15

5 Der Sprachrhythmus

Bevor du deine drei Sounds kombinierst, sprichst du den Rhythmus als reine Silben: B – Ts – K – Ts. Sag es laut, langsam und gleichmässig, wie vier Ticks einer Uhr. Das ist das klassische „Boots and Cats“-Muster – sprich „boots and cats and boots and cats“ und du hörst denselben Rhythmus in den Wörtern versteckt. Den Rhythmus zuerst zu sprechen bringt zwei Dinge: Das Timing setzt sich im Kopf fest, und du kannst dich auf ein Problem nach dem anderen konzentrieren. Erst das Timing, im nächsten Schritt die Soundqualität.

Im Video ab 13:39

6 Der finale Beat

Jetzt setzt du alles zusammen. Nimm den gesprochenen Rhythmus aus Schritt 5 und ersetze jede Silbe durch den echten Sound: Das „B“ wird deine Kick Drum, das „Ts“ deine geschlossene Hi-Hat, das „K“ deine Snare. Als Schleife gespielt – B – Ts – K – Ts – ist das ein echter Beat, dasselbe Grundmuster wie in unzähligen Pop- und HipHop-Tracks. Fang langsam an. Sauber und langsam ist besser als schnell und schlampig; das Tempo kommt von allein. Und denk an Schritt 1: in den Pausen durch die Nase einatmen. Wenn der Beat rund läuft – Gratulation, du beatboxt.

Im Video ab 15:35

Der Beat sitzt? Dann warten 11 weitere Videos

Alle Lektionen ansehen

So liest du unsere Notation

Beatbox-Schlagzeug – welcher Sound ersetzt welche Trommel

Unsere Beat-Notation zeigt dir das Timing, die Atmung und die Wiederholungen. Noten lesen musst du dafür nicht können. Stell dir deinen Mund als kleines Schlagzeug vor: die Kick Drum auf den Lippen, die Hi-Hat hinter den Zähnen, die Snare am hinteren Zungenrücken.

Der Takt

Ein Takt ist eine Gruppe von vier Zählzeiten – eins, zwei, drei, vier. In unserer Notation liegt darüber ein Raster, das Grid. Jede Zählzeit bekommt ihren Platz, und du siehst auf einen Blick, wann welcher Sound dran ist.

Die Tonfolge

Fast jeder Beatbox-Sound lässt sich mit Buchstaben aufschreiben. Reiht man sie im Grid aneinander, entsteht ein Beat:

SoundSchreibweise
Kick DrumB
Closed Hi-HatTs
Opened Hi-HatTss
Snare DrumPf
K-SnareK

Die rote Linie

In jedem Kursvideo läuft eine rote Linie von links nach rechts über das Grid. Sie zeigt dir in Echtzeit, welcher Sound gerade dran ist. Du musst also nichts zählen – nur mitschauen und mitmachen.

Die Atmung: grün rein, weiß raus

Am Anfang ist die häufigste Frage: Wann soll ich denn atmen? Deshalb steht es in der Notation. Ein grüner Pfeil nach unten heißt einatmen, ein weißer Pfeil nach oben ausatmen. Steht über einem Sound kein Pfeil, entsteht er nur aus Muskelkraft – ganz ohne Atmung.

Die Wiederholungen

Über dem Ende-Strich steht eine Zahl: so oft wird der Beat wiederholt. Sie zählt nach jedem Durchgang herunter, du weißt also immer, wie viele noch kommen. Ganz rechts daneben siehst du schon den Anfang des nächsten Beats – damit dich nichts überrascht.

So übst du richtig

Beatboxen lernt man nicht durch Zuschauen. Diese Regeln stehen seit dem Buch in jedem unserer Workshops.

Langsam anfangen

Starte bei 60 bpm und steigere in Fünfer-Schritten. Wer zu schnell übt, übt Fehler ein.

Nimm dich auf

Handy, Diktierfunktion, anhören. In deinem Kopf klingst du anders als für alle anderen.

Hand ans Ohr

Wie eine Schale aufgelegt hörst du deine eigenen Sounds plötzlich klar.

Die Hand als Taktgeber

Eins runter, zwei rauf, drei runter, vier rauf. Der Körper zählt mit.

Zehn Minuten täglich

Schlagen zwei Stunden am Sonntag. Jedes Mal.

Geduld

Bis ein Sound wirklich sauber sitzt, vergehen Wochen. Das ist normal, nicht dein Talent.

Häufige Fragen

Kann jeder Beatboxen lernen?

Ja. Du brauchst keine Ausrüstung und kein Talent – nur deinen Mund und regelmäßiges Üben. Die drei Grundsounds bestehen aus Lauten, die du beim Sprechen ohnehin benutzt.

Wie lange dauert das?

Deinen ersten Beat schaffst du an einem Tag, oft in einer Stunde. Bis die Sounds sauber sind, vergehen ein paar Wochen. Zehn Minuten täglich bringen mehr als zwei Stunden einmal die Woche.

Geht das mit Zahnspange?

Ja. Anfangs fühlt sich vor allem die Hi-Hat anders an, weil die Zunge anders an die Zähne kommt. Die meisten gewöhnen sich in wenigen Wochen daran. Fang mit der Kick Drum an – die machst du mit den Lippen.

Ist das schädlich für die Stimme?

Nicht, wenn du es richtig machst. Die Grundsounds entstehen mit Lippen und Zunge, nicht mit den Stimmbändern. Wärm dich auf, trink genug und hör auf, wenn der Hals kratzt.

Mehr zum Thema

Dein erster Beat steht. Und jetzt?

Sechs Schritte, ein Beat – das war der schwere Teil. Alles Weitere baut auf den drei Sounds auf, die du gerade gelernt hast: ein zweites Pattern, Atmung ohne Aussetzer, Scratches, Genre-Beats. Elf Lektionen, weiterhin gratis, weiterhin ohne Konto.

Lektion 1 starten

Je rund 20 Minuten. Eine pro Woche, und im Herbst bist du woanders.

Wenn du Beatbox mit einer Gruppe machst: Beatbox-Übungen für Gruppen — Spiele, Warm-ups und ein Notationssystem ohne Noten.