Lektion 2

Die Atmung

Durchhalten ohne Aussetzer: richtig atmen im Takt.

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Warum Atmung der Unterschied zwischen zwanzig Sekunden und zwei Minuten ist

Der häufigste Grund, warum ein Beat nach kurzer Zeit zusammenbricht, ist nicht fehlendes Talent. Es ist Sauerstoff. Beim Beatboxen bist du gleichzeitig das Instrument und die Person, die es spielt – und einem Instrument, dem die Luft ausgeht, hört man das sofort an.

In dieser Lektion lernst du deshalb keinen neuen Effekt-Sound, sondern etwas Wichtigeres: einen Beat, der dich atmen lässt, während du ihn spielst. Bewusste Atmung ist übrigens genau das, woran auch Yoga und Kampfkünste seit Jahrhunderten arbeiten – du trainierst hier also mehr als nur Musik.

Der Sound: Lippenvibration mit „Ü“

Alles beginnt mit dem Lip Bass. Du lässt einfach die Lippen vibrieren, mehr ist es nicht.

ll:  Brrr - Hi - Brrr - Hi  :ll            60 BPM

Wenn das sitzt, hängst du ein „Ü“ an – die Lippen vibrieren gleichzeitig mit dem Ton.

ll:  Brrrü - Hi - Brrrü - Hi  :ll          60 BPM

Dann spielst du mit der Melodie: ll: Brrriüü - uuu - uuuu - Hi :ll. Das ist nebenbei eine hervorragende Aufwärmübung – Sängerinnen und Sänger benutzen sie genauso. Sag einmal „Hallo“, während die Lippen vibrieren, und du hast deinen ersten Roboter.

Der Beat, in drei Teilen

ll:  Brrrü - Bsch - Hi - Buh    - Bsch - Hi  :ll
ll:  Brrrü - Bsch - Hi - Haa    - Bsch - Hi  :ll
ll:  Brrrü - Bsch - Hi - Ha Ha  - Bsch - Hi  :ll     80 BPM

Das „Hi“ ist keine Verzierung. Das ist dein Einatmen, mitten im Takt. Genau darum geht es in dieser Lektion: Die Luft kommt nicht mehr zwischen den Beats, sondern im Beat.

Und bevor du loslegst: Schultern zurück, Brustkorb raus. Ein zusammengesackter Oberkörper hat keine Luft. Üb die Atmung ruhig einzeln – durch die Nase ein, beim Ausatmen die Unterlippe nach hinten ziehen, sodass die Oberlippe darüber ragt.

Der Tipp: wipp mit der Hand

Dir ist vielleicht aufgefallen, dass beim Beatboxen ständig die Hand im Takt mitgeht. Das ist keine Angewohnheit, das ist Technik. Jeder Song hat neben dem Takt auch eine Geschwindigkeit – BPM, Schläge pro Minute.

Hip-Hop      ca.  80 BPM
Techno       ca. 130 BPM
Dubstep      ca. 140 BPM
Drum & Bass  ca. 170 BPM

Wenn du mitwippst, bekommst du ein Gefühl für dieses Tempo und wirst nicht unbemerkt schneller. Am Anfang hilft ein Metronom. Später ist deine Hand das Metronom.

Die Metronom-App aus dem Video ist The Metronome von Soundbrenner – gratis für iOS und Android. Und wenn du tiefer einsteigen willst: Wir haben der Atmung einen eigenen Artikel gewidmet – warum dir die Luft ausgeht und was dagegen hilft.

Und noch etwas: Stell dir ein Glas Wasser in Reichweite. Zitronenwasser, wenn du Tom fragst – für die extra frischen Beats.

Häufige Fragen

Wie atme ich beim Beatboxen richtig?

Nicht zwischen den Beats, sondern im Beat. Das „Hi“ in der Notation ist eine eingeplante Einatmung an einer festen Stelle im Takt. So läuft der Rhythmus weiter, während du Luft holst.

Warum bricht mein Beat nach kurzer Zeit ab?

Fast immer, weil die Luft fehlt – nicht, weil der Sound falsch ist. Wer nur zwischen den Takten atmet, verliert entweder den Rhythmus oder die Puste. Dieser Beat löst beides.

Was ist ein Lip Bass?

Ein Sound, bei dem du die Lippen vibrieren lässt. Hängst du ein „Ü“ an, klingt gleichzeitig ein Ton mit – die Grundlage für Melodien und Roboterstimmen.

Wie viele BPM hat welches Genre?

Als Richtwert: Hip-Hop um 80, Techno 130, Dubstep 140, Drum & Bass 170 BPM. Das sind keine festen Regeln, aber gute Orientierungspunkte beim Üben.