Lektion 3
Der Zungenschnalzton
Dein erster eigenständiger neuer Sound.
Der erste Sound, den es am Schlagzeug gar nicht gibt
Bis hierher hast du Schlagzeug nachgebaut: Kick, Hi-Hat, Snare. Der Zungenschnalzton – im Beatbox-Jargon Clop – ist der erste Sound, für den es kein Vorbild am Drumset gibt. Das ist der Punkt, an dem Beatbox aufhört, Imitation zu sein.
Und er hat eine Eigenschaft, die kein anderer Sound bisher hatte: Du kannst ihn spielen und gleichzeitig durch die Nase ein- und ausatmen, ohne ihn zu unterbrechen. Am Ende der Lektion baust du daraus ein Cover von Ray Charles’ „Hit the Road Jack“.
So entsteht der Zungenschnalzton
Der Ton wird ausschließlich mit der Zunge erzeugt – ohne Luftstrom. Du rollst die Zunge leicht ein, presst sie etwa in der Mitte an den Gaumen und saugst sie dort fest. Dann löst du den Druck und lässt die Zunge so schnell wie möglich nach unten schnalzen, in die Grube hinter den unteren Schneidezähnen.
ll: Lugh - Lugh - Lugh - Lugh Hi :ll 50 BPM
Je mehr Druck du mit der Zunge am Gaumen aufbaust und je fester du sie nach unten schnalzen lässt, desto lauter wird der Ton. Wechsle ihn dann mit der Kick Drum ab:
ll: B - B - B - B Hi :ll 50 BPM ll: B - Lugh - B - Lugh :ll 50 → 68 BPM
Hit the Road Jack – der Beat in zwei Teilen
Für den ersten Teil kombinierst du die Kick Drum mit einem Summton: Lippenkraft für die Kick, gleichzeitig ein Summen durch die Nase. Erst getrennt üben, dann zusammenlegen.
ll: B - mmh - B - mmh Hi :ll 68 BPM ll: Bmh - Hi - Bmh - Hi :ll 68 BPM
Dann die Melodie dazu – erst nur summen, dann mit der Kick verbinden:
ll: Mmh - Mmh Hi - Mmh - Mmhhhhh - Hi :ll 50 BPM ll: Bmh - Bmh Hi - Bmh - Bmmhhhh - Hi :ll 50 BPM
Damit steht der erste Teil. Der zweite ist kürzer: Summen plus Zungenschnalzton, dann die Double Kick.
1. Teil: ll: Bmh - Lugh - Bmh - Lugh - Bmh - Lugh - Bmmhhhh :ll 2. Teil: ll: Nlugh - Bmh Bmh :ll 50 → 86 BPM
Achtung beim Loop: Nach dem ersten Durchgang beginnst du nicht wieder am Anfang, sondern beim zweiten Wort des ersten Teils. Genau das macht den Groove aus – und genau das übersieht man beim ersten Versuch.
Fang bei 50 BPM an und arbeite dich auf 68 und höher. Bleib dabei locker: Der Zungenschnalzton braucht Präzision, keine Kraft.
Beatbox Facts: woher der Begriff kommt
Mitten in dieser Lektion läuft eine eigene kleine Rubrik – Beatbox Facts. Der Begriff Beatbox stammt von den Drumcomputern der 1980er-Jahre, mit denen in der Hip-Hop-Szene Beats produziert wurden. „Beat“ steht für den Takt, „Box“ für die Kiste, auf der diese Beats erzeugt wurden.
Wer solche Beats mit dem Mund macht, ist folglich eine Human Beatbox – ein menschlicher Drumcomputer. Zu den Pionieren, die dabei jeweils einen ganz eigenen Stil geprägt haben, zählen Rahzel, Kenny Muhammad, Killa Kela und Eklips.
Häufige Fragen
Wie macht man den Zungenschnalzton?
Zunge leicht einrollen, in der Mitte an den Gaumen pressen und dort ansaugen. Dann den Druck lösen und die Zunge schnell nach unten schnalzen lassen, hinter die unteren Schneidezähne. Der Ton entsteht rein durch die Zunge, ohne Luftstrom.
Was ist ein Clop beim Beatboxen?
Clop ist die englische Bezeichnung für den Zungenschnalzton. Beide Begriffe meinen denselben Sound.
Kann ich beim Zungenschnalzton atmen?
Ja – und das ist sein größter Vorteil. Weil er ohne Luftstrom entsteht, kannst du währenddessen jederzeit durch die Nase ein- und ausatmen, ohne den Ton zu unterbrechen.
Warum klingt mein Clop so leise?
Meist zu wenig Druck. Je stärker du die Zunge an den Gaumen saugst und je fester du sie nach unten schnalzen lässt, desto lauter wird der Ton.