Lektion 5

Deine ersten Scratches

Der erste Effekt-Sound – hoher Wow-Faktor.

Beim Start wird eine Verbindung zu YouTube hergestellt. / Starting the video connects to YouTube.

Auf YouTube ansehen 21:10 min

Der Sound mit dem besten Verhältnis von Übezeit zu Wow-Faktor

Jetzt packst du deine menschlichen Turntables aus. Scratchen wurde 1975 von Grandwizard Theodore erfunden und wurde in Rekordzeit zum festen Bestandteil von DJing und Hip-Hop-Kultur. Beim Beatboxen ist es die Technik, die am schnellsten beeindruckt – und die am meisten von Selbstvertrauen lebt.

Du lernst in dieser Lektion zwei Scratch-Arten: den Whistle Scratch aus drei Bausteinen und den Vocal Scratch, der aus dem Zwerchfell kommt.

Der Whistle Scratch in drei Teilen

Teil eins ist eine Hi-Hat, an die du ein „i“ und ein „u“ hängst.

ll:  Ts - Ts - Ts - Ts  :ll                34 BPM
ll:  tsiu - tsiu - tsiu - tsiu  :ll        34 BPM

Teil zwei ist ein „Wii“, Teil drei ein betontes „Sch“. Dann setzt du alle drei zusammen:

ll:  Wii - Wii - Wii - Wii  :ll                                 32 BPM
ll:  Sch - Sch - Sch - Sch  :ll                                 32 BPM
ll:  Tsiu Wii Sch - - -  :ll                                    34 → 64 BPM

Modellieren: hier entsteht dein eigener Style

Der Scratch ist nicht ein Sound, sondern eine ganze Familie. Du veränderst ihn, indem du Lippen, Zunge und Mundwinkel verschiebst:

Zunge: Lass sie beim „tsiu“ langsam am Gaumen nach hinten gleiten – der Sound zieht dann mit.
Unterlippe: Schieb sie hinter die oberen Zähne und zieh sie gleichzeitig mit dem Scratch wieder heraus. Probier denselben Scratch einmal mit und einmal ohne – der Unterschied ist deutlich hörbar.

Genau hier hört das Nachmachen auf. Experimentier so lange, bis du deinen eigenen Whistle Scratch hast.

Das Scratch-Pattern

ll:  Tsiu Wii - Tsiu Wii - Sch - Tsiu Wii - Tsiu Wii - Tsiu Wii - Sch  :ll   64 → 90 BPM

Der Vocal Scratch – der kommt aus dem Zwerchfell

Der Vocal Scratch beansprucht nicht nur die Stimmbänder, sondern vor allem das Zwerchfell. Du brauchst einen kurzen, kontrollierten Luftstoß – nicht einfach mehr Lautstärke.

Bau ihn schrittweise auf: erst ein betontes „Hey“, dann ein „Ah“ mit kurz angespanntem Zwerchfell, dann „Aha“ – und das Tempo hoch.

ll:  Hey - - - Hey - - -  :ll              52 BPM
ll:  Ah - - - Ah - - -  :ll                52 BPM
ll:  Aha - - - Aha - - -  :ll              52 → 78 BPM
ll:  Aha - Aha - - - - -  :ll              78 → 86 BPM

Das „Aha“ kannst du gegen beliebige Silben tauschen. So entsteht der fertige Vocal Scratch aus zwei Hälften:

ll:  Iwi - Iwi - One - - -  Awa - Uwa - Ewa - Two  :ll        70 → 90 BPM

Achte darauf, dass der Zwerchfellstoß rund bleibt und ungefähr so laut ist wie der restliche Vocal Sound. Wer nur lauter wird, hat den Punkt verfehlt.

Häufige Fragen

Wie lernt man einen Beatbox-Scratch?

In Bausteinen. Der Whistle Scratch besteht aus drei Teilen – „tsiu“, „Wii“ und „Sch“ –, die du einzeln übst und dann verbindest. Fang bei 34 BPM an, das ist bewusst langsam.

Was ist der Unterschied zwischen Whistle Scratch und Vocal Scratch?

Der Whistle Scratch entsteht durch Lippen- und Zungenstellung und imitiert die Plattenbewegung. Der Vocal Scratch arbeitet mit einem kurzen Luftstoß aus dem Zwerchfell und klingt nach gescratchter Stimme.

Wer hat das Scratchen erfunden?

Grandwizard Theodore, 1975. Vom DJ-Pult ist die Technik in die Beatbox gewandert – dort wird sie ohne Plattenspieler nur mit Mund und Atem erzeugt.

Warum klingt mein Vocal Scratch nur laut statt scharf?

Weil die Kraft aus dem Hals kommt statt aus dem Zwerchfell. Der Stoß muss kurz und kontrolliert sein und ungefähr die Lautstärke des restlichen Sounds haben.