Bewegung
Beatbox und Bodypercussion verbinden
Dieselben drei Sounds, einmal mit dem Mund und einmal mit dem Körper. Für Klassen, die sich bewegen müssen, bevor sie zuhören können.
Bodypercussion und Beatbox imitieren beide ein Schlagzeug — die eine mit dem Körper, die andere mit dem Mundraum. Sie lassen sich deshalb ohne Umweg kombinieren, und die Kombination löst ein Problem, das viele Musikstunden haben: Kinder, die stillsitzen sollen, hören schlechter zu als Kinder, die sich bewegen dürfen.
Die Zuordnung
Drei Sounds, drei Bewegungen. Mehr braucht es nicht.
Bass Drum — flache Hand auf die Brust
Die flache Hand schlägt auf die Brust. Ergibt einen tiefen, dumpfen Ton, der der Kick Drum nahekommt.
Hi-Hat — schnipsen
Mit den Fingern beider Hände schnipsen, ein hoher, kurzer Ton. Und jetzt kommt der Teil, der im Unterricht zählt: Kinder, die nicht schnipsen können, machen die Bewegung trotzdem. Auch sie erzeugt einen leisen Klang — und mit der Zeit lernen sie das Schnipsen nebenbei. Es gibt also keine Ausrede, nicht mitzumachen.
Snare Drum — klatschen
Einfach in die Hände klatschen. Prägnant, schnell, von jedem sofort ausführbar.
Drei Arten, es einzusetzen
Gleichzeitig
Mund und Körper machen dasselbe. Das ist der einfachste Einstieg und zugleich der lauteste — gut geeignet, um eine Klasse aufzuwecken.
ll: b - ts - k - ts :ll Brust - Schnipsen - Klatschen - Schnipsen
Als Vorgabe
Sie zeigen den Beat nur mit dem Körper, die Klasse antwortet mit dem Mund. Das trainiert etwas, das Beatbox allein nicht kann: aus einer Bewegung einen Klang ableiten. Kinder, die den Sound nicht treffen, sehen trotzdem, wo sie im Takt sind.
Geteilt
Halbe Klasse Körper, halbe Klasse Mund. Danach tauschen. So hört jede Hälfte einmal, wie die andere klingt — und beide merken, ob sie zusammen sind.
Achte darauf: Langsam vorzeigen. Und nicht zu viele Kinder als Dirigierende nach vorn holen, sonst wird es für den Rest langweilig.
Der Beattanz
Eine Stufe weiter geht es mit den Beinen. Man ordnet die Sounds den Füßen zu:
b = rechter Fuß stampft ts = linker Fuß stampft k = linker Fuß stampft nach vorne
Aus dem Beat wird damit eine Schrittfolge:
ll: b - b - k - ts | ts - b - k :ll
Also: rechts, rechts, links vorne, links, links, rechts, links vorne. Das verlangt Koordination von Beinen und Mund gleichzeitig und ist der Punkt, an dem manche Klassen laut werden vor Vergnügen.
Achte darauf: Langsam beginnen und die Bewegungsabläufe deutlich vorzeigen, bevor der Mund dazukommt.
Warum das mehr ist als Abwechslung
Der Bewegungsmangel in Schulen ist bekannt, und eine Beatbox-Einheit mit Körpereinsatz ist eine willkommene Unterbrechung. Aber der eigentliche Ertrag liegt woanders: Wer eine Bewegung mit einem Klang verknüpft, merkt sich beides besser. Und wer den Takt im Körper spürt, statt ihn nur zu hören, hält ihn zuverlässiger.
Dazu kommt ein Nebeneffekt, der im Unterricht praktisch ist. Eine aufgedrehte Klasse lässt sich mit Beatbox nicht nur beschäftigen, sondern auch beruhigen — indem man das Metrum langsam macht und die Konzentration darauf lenkt.
Die drei Sounds mit dem Mund zeigen wir in den Kursvideos — kostenlos, ohne Anmeldung, auch zum Vorspielen im Unterricht.
Das didaktische Konzept hinter diesen Übungen haben Thomas Rieder und Werner David Wiechenthaler gemeinsam entwickelt und in Workshops seit 2006 erprobt. Daraus entstand auch „The Real Beatbox School“, erschienen beim Doblinger Musikverlag Wien.
Weitere Übungen
Alle Übungen im Überblick: Beatbox-Übungen für Gruppen.